Welche Körnung passt zu meinem Ofen? Anthrazit Nuss 1–5 im Vergleich
Heizratgeber

Welche Körnung passt zu meinem Ofen? Anthrazit Nuss 1–5 im Vergleich

Kurz gesagt: Grobe Anthrazit-Körnungen (Nuss 1 und 2, etwa 30–80 mm) sind für handbeschickte Heizkessel gedacht, mittlere (Nuss 3 und 4, etwa 15–35 mm) für Dauerbrandöfen, Zimmeröfen und Küchenherde, die feine Nuss 5 (etwa 6–16 mm) für automatische Kessel mit Schneckenförderung. Verbindlich ist aber immer die Bedienungsanleitung Ihres Ofens, und dort steht in den meisten Fällen eine konkrete Nussgröße.

Sorte Körnung (typisch) Geeignet für Polnische Bezeichnung
Nuss 1 ca. 50–80 mm große handbeschickte Stahl- und Gussheizkessel Orzech (25–80 mm)
Nuss 2 ca. 30–55 mm handbeschickte Heizkessel Orzech
Nuss 3 ca. 20–35 mm Dauerbrandöfen, Zimmeröfen, Küchenherde, Kachelöfen mit Kohleeinsatz Orzech (unterer Bereich)
Nuss 4 ca. 14–23 mm kleinere Dauerbrand- und Zimmeröfen Groszek (oberer Bereich)
Nuss 5 ca. 6–16 mm automatische Kessel mit Schneckenförderung (Stoker) Groszek (5–25 mm)
Eierbriketts ca. 40 × 30 mm, gleichmäßig Dauerbrandöfen, Zimmeröfen, handbeschickte Kessel –

Die Grenzen verschieben sich je nach Händler um einige Millimeter. Warum das so ist und worauf Sie deshalb achten sollten, erklären wir weiter unten.

Was bedeutet „Nuss“ bei Kohle?

„Nuss“ ist eine Größenklasse. Nach dem Abbau wird die Kohle über Siebe mit unterschiedlicher Maschenweite geschüttelt. Was durch das obere Sieb fällt und auf dem unteren liegen bleibt, bildet eine Körnung, zum Beispiel 20–35 mm. Die Nummer gibt an, welche Klasse das ist: Je höher die Zahl, desto kleiner die Stücke. Nuss 1 ist faustgroß, Nuss 5 etwa so groß wie eine Erbse bis Haselnuss.

Die Nummerierung stammt aus der Zeit, als ein Großteil der Hausbrandkohle aus deutschen Zechen kam, vor allem aus Ibbenbüren. Mit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus 2018 kommt Anthrazit heute aus dem Import, und jeder Lieferant siebt nach eigenen Vorgaben. Die Bezeichnung „Nuss 3“ ist deshalb keine Norm, sondern eine Konvention.

Warum die Millimeterangaben bei jedem Händler anders sind

Wie groß die Unterschiede sind, zeigt ein Vergleich öffentlich zugänglicher Händlerangaben:

Quelle Nuss 2 Nuss 3 Nuss 4 Nuss 5
D & I Mineralölhandel 35–55 mm 23–35 mm 16–23 mm 8–16 mm
SHKwissen (haustechnikdialog) 35–55 mm 23–35 mm 16–23 mm 7–16 mm
Kohlenhandel Schmidt 30–50 mm 20–30 mm – 6–15 mm
Coal Trade Richter – 20–40 mm 14–23 mm –

Für Ihren Einkauf heißt das: Achten Sie auf die Millimeterangabe, nicht nur auf die Nummer. Eine „Nuss 3“ mit 20–40 mm verhält sich in einem kleinen Ofen anders als eine „Nuss 3“ mit 23–35 mm. Seriöse Händler nennen beides.

In 4 Schritten zur richtigen Körnung

1. In der Bedienungsanleitung und auf dem Typenschild nachsehen

Das ist der wichtigste Schritt, denn die Herstellerangabe ist verbindlich. Viele Hersteller nennen die Körnung ausdrücklich. Zwei Beispiele aus aktuellen Anleitungen:

  • Der Dauerbrandofen HARK Opera B ist laut Anleitung für „Anthrazit-Nuss 3“ zugelassen, die Brennstofftabelle nennt „Steinkohle (Ancit, Nussgröße 3)“.
  • Die Dauerbrandöfen von HAAS + SOHN (Bauart Würzburg) nennen „Anthrazit- und Mager-Nuss 3“ als geeigneten Brennstoff.

Wenn in der Anleitung „Steinkohle“ oder „Anthrazit“ gar nicht vorkommt, ist der Ofen nicht für Kohle zugelassen. Dazu mehr im Abschnitt zur Rechtslage.

2. Den Ofentyp bestimmen

Die grobe Einteilung: Wird der Ofen von Hand befüllt, kommen mittlere bis grobe Körnungen infrage. Wird der Brennstoff automatisch über eine Schnecke aus einem Vorratsbehälter gefördert, brauchen Sie feine Körnung mit wenig Staub. Die Details pro Ofentyp finden Sie unten.

3. Den Rost prüfen

Schauen Sie sich die Spalten im Rost an. Die kleinsten Kohlestücke sollten deutlich größer sein als der Abstand zwischen den Roststäben. Was durch den Rost fällt, verbrennt nicht, sondern landet unverbrannt in der Aschelade. Eine einfache Probe: Legen Sie ein paar Stücke der kleinsten Größe auf den kalten Rost und rütteln Sie leicht.

4. Brennraum und Fülltür beachten

Die größten Stücke müssen bequem durch die Fülltür passen und im Brennraum eine lockere Schüttung bilden, durch die Luft strömen kann. In einem kleinen Zimmerofen mit schmaler Tür sind 70-mm-Stücke unpraktisch, in einem großen Kessel brennt Nuss 5 dagegen zu dicht und erstickt.

Welche Körnung für welchen Ofen?

Dauerbrandofen und Kaminofen mit Kohlezulassung

Die Standardwahl ist Nuss 3, bei kleineren Geräten auch Nuss 4. Dauerbrandöfen sind darauf ausgelegt, ein Glutbett über viele Stunden zu halten. Dafür braucht es eine Schüttung, die dicht genug ist, um langsam zu brennen, aber locker genug für die Verbrennungsluft von unten. Gleichmäßige Anthrazit-Eierbriketts sind hier eine gute Alternative, wenn der Hersteller Steinkohlenbriketts zulässt.

Kachelofen mit Kohleeinsatz

Je nach Größe des Heizeinsatzes Nuss 3 oder Nuss 2. Ein Kachelofen ohne ausgewiesenen Kohleeinsatz ist in der Regel nur für Holz gebaut. Anthrazit brennt deutlich heißer als Holz und kann Schamotte und Dichtungen beschädigen.

Küchenherd (Allesbrenner)

Meist Nuss 3 oder 4. Küchenherde haben oft einen kleinen Feuerraum und einen eher engen Rost. Zu grobe Stücke liegen schlecht und lassen sich kaum regulieren.

Handbeschickter Heizkessel (Guss oder Stahl)

Ältere Guss- und Stahlheizkessel sind für Nuss 1 und 2 gebaut, manche auch für Nuss 3. Die großen Stücke bilden einen hohen, gut durchlüfteten Brennstoffstapel, der eine Füllung über viele Stunden abbrennen lässt.

Automatischer Kessel mit Schneckenförderung (Stoker)

Hier ist die Körnung am kritischsten. Die Schnecke fördert die Kohle aus dem Vorratsbehälter in den Brenner. Zu grobe Stücke verklemmen die Schnecke, zu viel Feinanteil und Staub verdichten sich und behindern die Luftzufuhr im Brenner. Üblich ist Nuss 5. Viele Stokerkessel stammen aus Polen; in deren Anleitungen steht häufig „Groszek 5–25 mm“, bei manchen Herstellern bis 32 oder 35 mm. Halten Sie sich an die Obergrenze aus Ihrer Anleitung.

Schmiedefeuer

Der Vollständigkeit halber: In der Schmiede wird meist Fettkohle in kleiner Körnung verwendet, nicht Anthrazit. Anthrazit erreicht zwar hohe Temperaturen, backt aber nicht zusammen und ist schwer zu einem stabilen Feuer zu formen.

Was passiert bei falscher Körnung?

Symptom Wahrscheinliche Ursache Was hilft
Viel unverbrannte Kohle in der Aschelade Körnung zu fein für den Rost Gröbere Körnung wählen oder Feinanteil vor dem Einfüllen absieben
Ofen wird nicht richtig warm, Glut erstickt Schüttung zu dicht (zu fein) oder zu wenig Primärluft Primärluft öffnen, Asche regelmäßig entfernen, gröbere Körnung testen
Feuer brennt schnell herunter, Ofen hält nicht bis morgens Körnung zu grob, zu viel Luft zwischen den Stücken Etwas feinere Körnung oder Eierbriketts verwenden, Luft weiter drosseln
Schnecke blockiert Einzelne Stücke zu groß für den Förderkanal Körnung an die Obergrenze der Kesselanleitung anpassen
Starke Schlackebildung Zu viel Primärluft bei sehr hoher Glut, hoher Aschegehalt oder Körnung passt nicht zum Rost Luft reduzieren, Körnung prüfen, Analysewerte der Kohle vergleichen
Kohle zündet kaum an Typisch für Anthrazit, nicht unbedingt ein Körnungsproblem Mit Holz ein Glutbett aufbauen, erst dann Kohle auflegen (siehe nächster Abschnitt)

Mehr typische Fehler und wie Sie sie vermeiden, finden Sie in unserem Beitrag Häufige Fehler beim Heizen mit Kohle.

Die Körnung ist nicht alles

Anthrazit ist die am stärksten inkohlte Steinkohle: Er enthält über 90 % Kohlenstoff und weniger als 10 % flüchtige Bestandteile. Deshalb brennt er fast ohne Flamme, sehr gleichmäßig und lange, zündet aber deutlich schwerer als Holz oder Braunkohle. Daraus folgen zwei praktische Regeln, unabhängig von der Körnung:

  • Erst ein Glutbett, dann Kohle. Mit Holz anheizen und Anthrazit erst auflegen, wenn eine durchgehende Glut vorhanden ist.
  • Luft von unten. Anthrazit verbrennt im Glutbett, nicht in der Flamme darüber. Die Primärluft (von unten durch den Rost) ist deshalb wichtiger als die Sekundärluft. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Anleitung des HARK Opera B sieht für Kohle die Primärluft auf Maximum und die Sekundärluft geschlossen vor.

Eierbriketts statt Nusskohle? Anthrazit-Eierbriketts sind aus Anthrazitkohle gepresst und alle etwa gleich groß, bei uns rund 4 × 3 cm. Das sorgt für eine gleichmäßige Schüttung ohne Feinanteil. In Dauerbrand- und Zimmeröfen, die für Steinkohle zugelassen sind, sind sie deshalb eine bequeme Alternative zu Nuss 3. Für Stokerkessel sind sie zu groß.

Wann Anthrazit, wann Steinkohle und wann Briketts die bessere Wahl sind, vergleichen wir ausführlich in Wie wählt man die richtige Kohle für seinen Ofen?

Polnische Bezeichnungen: Groszek, Orzech, Kostka, Miał

Viele Kessel und ein großer Teil der in Deutschland angebotenen Kohle kommen aus Polen. Dort gelten eigene Sortimentsnamen:

Polnisch Körnung Entspricht etwa Verwendung
Kostka 63–200 mm gröber als Nuss 1 große Kessel
Orzech 25–80 mm Nuss 1 bis Nuss 3 handbeschickte Kessel und Öfen
Groszek 5–25 mm (häufig in Kesselanleitungen), bis 31,5 mm als Standardsortiment Nuss 4 bis Nuss 5 automatische Kessel mit Schneckenförderung
Miał Feinkohle mit hohem Staubanteil kein Nuss-Äquivalent Industrie, für Hausbrand ungeeignet

Die Bezeichnung „Ekogroszek“ ist kein eigenes Sortiment, sondern ein Handelsname für Groszek mit bestimmten Qualitätswerten. Entscheidend sind auch hier die Millimeterangabe und die Analysewerte.

Was ist gesetzlich erlaubt?

Für Öfen und Kessel in Privathaushalten gilt die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Nach § 3 Abs. 1 sind Steinkohlen, nicht pechgebundene Steinkohlenbriketts und Steinkohlenkoks zulässige Brennstoffe. Der Schwefelgehalt darf dabei 1 % der Rohsubstanz nicht überschreiten.

Ob Sie Anthrazit in Ihrem Ofen verfeuern dürfen, entscheidet aber der Hersteller. Die Bedienungsanleitungen sind hier eindeutig, so heißt es etwa bei HARK: Der Ofen „darf nur mit den angegebenen Brennstoffen betrieben werden, alle anderen Brennstoffe sind nicht zulässig“. Ist ein Ofen nur für Holz und Braunkohlebriketts zugelassen, gehört keine Steinkohle hinein, nicht nur wegen der Vorschrift, sondern weil Rost, Auskleidung und Dichtungen für die höheren Temperaturen nicht ausgelegt sind. Im Zweifel helfen der Hersteller mit der Typnummer oder Ihr Schornsteinfeger bei der nächsten Messung.

So passen unsere Körnungen auf diese Skala

Wir bieten Anthrazit und Steinkohle in zwei Körnungen sowie Anthrazit-Eierbriketts an:

Produkt Körnung Entspricht etwa Geeignet für
Anthrazit oder Steinkohle 5–20 mm 5–20 mm Nuss 4–5, Groszek automatische Kessel mit Schneckenförderung, kleine Dauerbrand- und Zimmeröfen mit engem Rost
Anthrazit oder Steinkohle 20–80 mm 20–80 mm Nuss 1–3, Orzech handbeschickte Heizkessel, Dauerbrandöfen und Zimmeröfen
Anthrazit-Eierbriketts ca. 4 × 3 cm zwischen Nuss 2 und 3, gleichmäßig Dauerbrandöfen, Zimmeröfen, Kachelöfen mit Kohleeinsatz, handbeschickte Kessel

Ehrlicher Hinweis zur Körnung 20–80 mm: Sie deckt einen breiten Bereich ab und enthält auch Stücke bis etwa 8 cm. In Heizkesseln ist das ideal. Wenn Ihr kleiner Zimmerofen laut Anleitung ausdrücklich Nuss 3 verlangt und eine schmale Fülltür hat, lassen sich größere Stücke mit einem Hammer zerkleinern, oder Sie greifen zu den gleichmäßigen Eierbriketts.

Unsere Analysewerte für Anthrazit: Heizwert ≥ 29 MJ/kg, Aschegehalt ≤ 10 %, Schwefelgehalt ≤ 1,0 %. Damit liegt der Schwefelgehalt innerhalb der Grenze der 1. BImSchV.

Unser Rat: Wenn Sie unsicher sind, welche Körnung in Ihrem Ofen am besten brennt, bestellen Sie zuerst ein Probepaket mit 15 kg. Den Preis rechnen wir Ihnen beim ersten Palettenkauf an. Wie viel Kohle Sie für den ganzen Winter brauchen, berechnen Sie mit unserem Heizbedarfsrechner. Und bei Fragen zu Ihrem Ofen schreiben Sie uns einfach, am besten mit dem Modellnamen oder einem Foto des Typenschilds.

Häufige Fragen

Welche Körnung brauche ich für einen Kaminofen?

Wenn der Kaminofen für Steinkohle oder Anthrazit zugelassen ist, ist Nuss 3 (etwa 20–35 mm) die übliche Wahl, bei kleinen Geräten auch Nuss 4. Steht in der Bedienungsanleitung keine Kohle, ist der Kaminofen nur für Holz gebaut und darf nicht mit Anthrazit betrieben werden.

Nuss 3 oder Nuss 4 – was ist besser?

Keine ist grundsätzlich besser. Nuss 3 bildet eine lockerere Schüttung und eignet sich für größere Brennräume, Nuss 4 liegt dichter und passt zu kleinen Öfen und Küchenherden. Maßgeblich sind die Angabe des Herstellers und der Abstand der Roststäbe.

Kann ich Nuss 5 im Dauerbrandofen verfeuern?

Meist nicht gut. Nuss 5 ist für automatische Kessel gedacht. In einem handbeschickten Ofen fällt ein Teil durch den Rost, und die dichte Schüttung behindert die Luftzufuhr. Nur wenn der Hersteller Nuss 5 ausdrücklich zulässt, ist sie dort sinnvoll.

Welche Kohle eignet sich für einen Stokerkessel?

Stokerkessel mit Schneckenförderung brauchen feine Körnung mit wenig Staub, üblich ist Nuss 5 oder polnisch Groszek, meist 5–25 mm. Die Obergrenze aus der Kesselanleitung sollte nicht überschritten werden, sonst kann die Schnecke blockieren.

Was bedeutet Nuss bei Kohle?

Nuss bezeichnet eine Größenklasse, die durch Sieben entsteht. Nuss 1 ist die gröbste Klasse mit Stücken bis etwa 80 mm, Nuss 5 die feinste mit etwa 6–16 mm. Die genauen Grenzen unterscheiden sich je nach Lieferant um einige Millimeter.

Was ist der Unterschied zwischen Groszek und Orzech?

Das sind polnische Sortimentsnamen. Groszek ist feine Kohle von etwa 5–25 mm für automatische Kessel und entspricht ungefähr Nuss 4 bis 5. Orzech ist gröbere Kohle von 25–80 mm für handbeschickte Öfen und Kessel und entspricht ungefähr Nuss 1 bis 3.

Darf ich Anthrazit in einem Ofen verfeuern, der nur für Holz zugelassen ist?

Nein. Maßgeblich sind Typenschild und Bedienungsanleitung. Anthrazit brennt deutlich heißer als Holz, und Rost, Auskleidung und Dichtungen eines reinen Holzofens sind dafür nicht ausgelegt. Im Zweifel fragen Sie den Hersteller oder Ihren Schornsteinfeger.

Stand: Oktober 2026

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